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Thema: Jahrelanges Einzelkaninchen vergesellschaften

  1. #1
    Neuer Benutzer
    Registriert seit: 13.01.2026
    Ort: Niedersachsen
    Beiträge: 2

    Standard Jahrelanges Einzelkaninchen vergesellschaften

    Hallo liebes Forum,
    wir haben seit 2 Monaten ein Kaninchen bei uns in Pflege, das wir jetzt dauerhaft übernehmen dürfen. Es gehörte bis gestern unseren Nachbarn bzw dem 6 jährigen Kind der Nachbarn- warv ein Geschenk zum 3. Geburtstag. Ursprünglich hatte das Kind 2 Kaninchen bekommen eine ist aber wohl recht schnell gestorben. Seitdem war der unkastrierte Block den ganzen Tag alleine in seinem Stall. Da er ganz schön bissig ist, wurde er kaum versorgt und saß mit Trockenfutter oder gerne auch mal ohne alles in seinem Dreck. (Gibt es hier wutschnaubende Kotzsmileys?)
    Im Frühling bekam das andere Nachbarkind ebenfalls ein Kaninchenbaby- weiblich und winzig klein. Sie kam in ein extra Stall neben den Bock und sollte erstmal groß genug werden, bevor sie zusammen wohnen und Babys bekommen sollten.
    Ich hatte selber 15 Jahre lang Kaninchen und es hat mir jedes mal das Herz gebrochen, wenn ich mit meinen eigenen Kindern bei den Häschen war. Wir haben die beiden monatelang systematisch nachmittags zu uns in den Auslauf geholt (hatten früher Wachteln und rund dadurch gute ausgestattet) und haben sie vor allem mehrmals die Woche gefüttert. Mit systematisch meine ich wirklich im Hochsommer neu 30 Grad unseren Sonnenschirm für Schatten in Stall zu den Nachbarn geschleppt, die leeren Trinkflaschen befüllt und nicht nur bei jedem Einkauf Frischfutter für die Häschen zu besorgen, sondern sogar in unsrem Urlaub andere Nachbarn zu bitten, ob sie mal nach den Kaninchen gucken können.
    Mit den Besitzern hatte ich natürlich mehrmals gesprochen- die hatten nicht einmal gemerkt, dass der bissige Kaninchen so bis auf die Knochen abgemagert war, dass die Hüftknochen herausstanden und jeder Rückenwirbel zu spüren war. Wir haben ihn dann besonders gut gefüttert. Das Weibchen wurde besser versorgt- der Reiz des neuen schätze ich mal. Oder weil das nicht so bissig war.
    Ich habe meine Kinder mehrmals die Woche mit Futter zu den Nachbarshäschen geschickt. Eines Tages kam meine Tochter völlig aufgelöst nach Hause- sie hatte das tote Weibchen gefunden. Es war verhungert. Kein Wasser, kein Futter, kein Heu und nichtmal noch so essbare Filtzel von Stroh in Stall.

    So sehr lange Herleitung: seit diesem Tag wohnt das Männchen bei uns. Wir haben ihn ganz langsam weiter aufgepäppelt, sodass er mittlerweile rund, wohlgenährt und an Frischfutterb gewöhnt ist.

    Jetzt habe ich ganz frisch mit der Nachbarin abgesprochen, dass er offiziell uns gehört. Alternativ hatte ich mit Veterinäramt gedroht)
    Er ist jetzt fit und gesund. Wir möchten ihn kastrieren lassen und dann vergesellschaften. Die Nachbarin erzählte, dass die Schwester von ihm bei ihrer Mutter wohnt- auch alleine. Ich weiß nicht, ob schon immer alleine oder ob sie erst zu zweit waren. Ich habe direkt gefragt, ob wir sie nicht vielleicht auch haben können- dürfen wir!
    Jetzt steht uns also nach der Kastration und der einen Wartezeit danach eine Vergesellschaftung vor. Allgemeine Infos oder Tipps dazu brauche ich nicht- ich würde sagen ich kenne mich mit Kaninchen recht gut aus. Ich hatte aber noch NIE ein Tier aus so katastrophaler Haltung und mit so einer Leidensgeschichte hinter sich.

    Was passiert, wenn 2 so lange alleine gehalten Tiere aufeinander treffen ?

    (Eigentlich wollten wir eine Partnerin aus dem Tierheim. Da ist aktuell nur eine mit gesundheitlicher Belastung in Außenhaltung. Jetzt wo ich gehört habe, dass da noch ein Kaninchen alleine vor sich hinleidet, möchte ich dieses unbedingt auch "retten". Auch wenn es vielleicht schwieriger ist, wenn 2 Tiere, die in den letzten Jahren keinerlei Sozialverhalten ausüben konnten aufeinander treffen. Hatte schon überlegt, besser eine Dreiergruppe Kaninchen zu machen mit einem gut sozialisierten dabei- das wäre mir dann aber doch zu viel. )

    Hat jemand Erfahrung damit, 2 jahrelang alleine lebende Häschen zu vergesellschaften?
    Ich hoffe, dass der sehr territoriale, bissige Bock nach der Kastration und in einem neutralen Gehege nicht mehr so aggressiv ist. Er war aber wohl schon als Babykaninchen der wildesten und frechste aus dem Wurf. Aber auch so- bei der schlechten Behandlung als lebendiges Spielzeug wird wohl je bissig...

    Liebe Grüße

    PS: Die Nachbarn sind eigentlich sehr nett nur völlig überfordert vom Leben. Ich werde sie nicht anzeigen o.ä. sie hatten vor 2 Monaten eine ganz schön eklatante Krise und waren über den Tod des Weibchens selber erschrocken. (Auch wenn sie sich davor auch nicht vernünftig gekümmert haben)

  2. #2
    Neuer Benutzer
    Registriert seit: 13.01.2026
    Ort: Niedersachsen
    Beiträge: 2

    Standard

    Wer keine Lust auf Romane hat: ich möchte den frisch kastrierten Männchen und ein Weibchen, beide 3 Jahre alt vergesellschaften. Beide haben fast ihr ganzes Leben lang alleine gelebt. Was muss ich neben den generellen Tipps zur Vergesellschaftung in dieser speziellen Situation beachten?

    Sie haben ja nie bzw nur kurz einen Teil ihres ersten Lebensjahrs in einer Gruppe/ mit einem Partner gelebt. Vermutlich sehr früh von der Mutter getrennt. Der Bock ist recht aggressiv in seinem Territorium. Woanders geht es besser, zB beim Freilauf im Garten ist er nicht so bissig

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Avatar von Simmi14
    Registriert seit: 23.02.2010
    Ort: Frankfurt a. M.
    Beiträge: 8.049

    Standard

    Sein Verhalten wird sich jetzt nach der Kastra ändern und man muss sowieso mehrere Wochen abwarten nach der Kastra, damit er keinen letzten Schuss loswerden kann beim neuen Weibchen. Die Vergesellschaftung auf möglichst viel Platz, damit er gar nicht erst in einen Verteidigungsmodus kommen kann für eine bestimmte Ecke des Geheges. Mehrere Futter- und Trinkstellen, Versteckmöglichkeiten wie Kartons nur mit mehreren Eingängen.
    Das ist das Grundsätzliche. Ich hatte selbst mal eine Häsin aus Einzelbuchtenhaltung aus dem Tierschutz übernommen, es hat 2 Wochen gedauert, bis sie meinen gut sozialisierten Kastraten nicht mehr gejagt hat. Es hat ungefähr 10 Monate gedauert, bis sie ihn zurück geputzt hat.... Ich hatte den Eindruck, dass sie Unterwerfungsgesten und Putzen sprich Kaninchensprech gar nicht kannte oder komplett verlernt hatte. Du hast also evtl. 2 Kaninchen mit schlechter Sozialisation da sitzen - wenn sie sich nicht schwer zerbeißen gleich am Anfang und ihr viel Geduld habt, kann es trotzdem harmonisch werden, nur dauert es eben viel länger. Ihr müsst dann echt geduldig sein. Ein Faktor: wenn ihr ihn jetzt kastriert, könnt ihr die beiden ja erst Ende Februar zusammensetzen, dann ist Hauptfortpflanzungszeit bei Kaninchen, sprich Hormone gehen dann hoch.

  4. #4
    foreninkompatibel Avatar von Kuragari
    Registriert seit: 27.01.2011
    Ort: 15344 Strausberg :)
    Beiträge: 2.778

    Standard

    Ich würde auch das Weibchen noch kastrieren lassen. Und falls sie noch nicht geimpft sind, das könnte noch gut vor die Zusammenführung passen, denke ich.

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mikado
    Registriert seit: 24.04.2012
    Ort: Kleines Kaff
    Beiträge: 2.333

    Standard

    Wie schön, dass ihr nicht weggesehen habt. Danke dafür!

    Die VG kann schwierig sein, muss aber nicht. Das ist immer Typsache. Ich habe mal ein Kaninchen übernommen, das 6 Jahre lang in einem kleinen Zimmerkäfig vor sich hin vegetierte. VG? Kein Problem. Er war das Kaninchen, das man wirklich zu jedem neu angekommenen Nin setzen konnte, und er hat alle einfach nur geliebt und hat auch selbst keinerlei Aggressionen hervorgerufen.

    Neutraler Raum wäre aber sinnvoll, mit viel Platz, wo beide vorher noch nie waren und so, wie Simmi beschrieben hat. Und wirklich wichtig: mindestens 4 Wochen nach der Kastra warten, bis ihr die beiden zusammen setzt. Ich persönlich warte sogar immer lieber 6 Wochen.

  6. #6
    PS-Versager
    Registriert seit: 10.08.2009
    Ort: nördlich Hamburg
    Beiträge: 17.102

    Standard

    Zitat Zitat von Kuragari Beitrag anzeigen
    Ich würde auch das Weibchen noch kastrieren lassen. Und falls sie noch nicht geimpft sind, das könnte noch gut vor die Zusammenführung passen, denke ich.
    Dem schließe ich mich an und ansonsten würde ich mir da bezüglich der VG keine großen Sorgen machen. Das machen die Tiere schon. Ich habe Tiere die teils 6 Jahre in Einzelhaltung waren, dauert dann manchmal einfach etwas länger mit der VG.

  7. #7
    lebt im Tiny Haus!! Avatar von Sabine L.
    Registriert seit: 29.01.2014
    Ort: Oberpfälzer Wald
    Beiträge: 5.044

    Standard

    Zitat Zitat von Alexandra K. Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Kuragari Beitrag anzeigen
    Ich würde auch das Weibchen noch kastrieren lassen. Und falls sie noch nicht geimpft sind, das könnte noch gut vor die Zusammenführung passen, denke ich.
    Dem schließe ich mich an und ansonsten würde ich mir da bezüglich der VG keine großen Sorgen machen. Das machen die Tiere schon. Ich habe Tiere die teils 6 Jahre in Einzelhaltung waren, dauert dann manchmal einfach etwas länger mit der VG.
    Ich hatte auch schon Kaninchen aus langer Einzelhaltung. Geduld und viel Platz, kann ich nur bestätigen
    LG von Bine mit den Außennasen Barilla und Rigatoni, Gustl, Ratz und Rübe

    Tief im Herzen:Zampino, Schorschi, Knolle, Bombo, Canella, Krümel, Luigi, Bandita, Mats Müller, Branca, Keks, Morenito, Ramazotti, Pepone, Camillo, Sputnik, Stinker, Daisy, Rasputin

  8. #8

    Standard

    Ich hatte Kaninchen aus jahrelanger Einzel-Käfighaltung, einer davon angeblich aggressiv und bissig. Als sie dann zusammen kamen, hat es drei Tage gedauert und sie waren alle ein Herz und eine Seele.

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